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Die Gründung einer Fabrikationsstätte in Forbach

Gerade um französische Importzölle zu umgehen, entschied sich Peter Adt III. für eine Werksniederlassung in Forbach. Ein erster entsprechender Versuch schlug mit Franz Adt 1844 nach kurzer Dauer fehl, die Erfahrung mit Saargemünd 1847 war auch nicht überzeugend. Der Werksbetrieb der Gebr. Adt kam im Mai 1853 in Forbach in Gang, mit Peter Adt, Sohn des Peter Adt III., als einzigem Leiter.

Der dritte Sohn, Jean-Baptiste, sollte 1871 die Nachfolge des Bruders antreten, als Pierre zur Gründung in Pont-à-Mousson schritt. Man muss präzisieren, dass Jean-Baptiste 1868 bereits zur Unterstützung seines Bruders nach Forbach gekommen war; dieser war zwischenzeitlich Bürgermeister der Stadt. Er residierte in dem Schlösschen, das später lange Zeit von Dr. Bartier bewohnt wurde. In kurzer Zeit erhielt der dynamische Pierre Adt den Spitznamen "Marschall Vorwärts". Anscheinend befanden sich die ersten Werkstätten der Adts in Forbach neben dem Hotel Karsch, am heutigen Supermarkt Monoprix.

Das Ensheimer Werk blieb noch bis nach 1870 das Hauptunternehmen. Es war mit einer Papiermühle ausgestattet, ferner einer Fabrikationsstätte für Lacke und Firnis und einem Gaswerk. Mit einer Beleuchtung aus 200 Gasflammen konnte der Betrieb zusätzlich Nachtschichten fahren, produzierte neben Tabaksdosen auch Kisten, Präsentierplatten und Knöpfe aus Pappmaché oder Faserlack. Doch schon 1865 installierten die Adts in Forbach ein Gaswerk, das nicht nur für die Nachtarbeit des Werks, sondern auch für die Beleuchtung in der Stadt und zum Nutzen anderer Firmen betrieben wurde. Um ein Beispiel zu nennen: Für Februar 1888 berechnete die "Gasfabrik von Gebrüder Adt Forbach" dem Forbacher Bahnhof einen Verbrauch von 1322 m3 Gas. Die Serienproduktion von Knöpfen startet 1869 auf Basis der von Adt gefertigten Maschinen. Sie ist ab 1896 vollautomatisiert.

Der Einsatz dampfgetriebener Pressen wie auch allgemein die ständige Innovation (selbst wenn es sich gelegentlich um etwas abenteuerliche Konstruktionen wie das 1885 in Antwerpen ausgestellte Mobil-Lazarett handelt) bringt den Adts ein Förder-Diplom und eine Silbermedaille ein; dieselbe Auszeichnung wurde ihnen bei der Weltausstellung in Paris 1889 zuteil. Die Konstruktion von Militärbaracken und Eisenbahnrädern aus hydraulisch gepresstem Karton (!) ist jedoch absolut erfolglos.

Dagegen leitet ab 1889 die Fertigung von Gegenständen aus Papiermasse (lackierbarer Faser) einen neuen Aufschwung ein, der Handel mit Tabaksdosen erweist sich zunehmend als unrentabel. Außerdem muss man die Herstellung von Tabaksdosen aus Siam-Horn (Thailand) einstellen. Von 1890 bis 1900 haben die Adts mit dem Forbacher Werk das Monopol auf Patronenhülsen, bevor ihnen die Herstellung aus strategischen Gründen untersagt wird, denn Forbach liegt zu nahe an der Grenze.

   
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